FINANZIERUNGSSCHWERPUNKTE

Förderkreditgeschäft

Partner im Förderkreditgeschäft

Förderkredite bilden wesentliche Bausteine einer passge­nauen Finanzierung. Die Vermittlung von zinsgünstigen öffentlichen Finanzierungshilfen gehört zu den Kernaufgaben der DZ BANK. Den Genossenschaftsbanken stehen wir mit unseren Vertriebslösungen und unserem Fachwissen bereits seit vielen Jahren zur Seite. Dies be­trifft vor allem Förderkredite in den Bereichen Umwelt­schutz und Nachhaltigkeit. Denn sowohl für Privat­kunden als auch für Unternehmen werden beispielsweise Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz immer wichtiger. Ein weiterer Fokus liegt auf Maßnahmen, die den demografischen Wandel begleiten. Dazu zählen unter anderem soziale Programme, die den altersgerechten Umbau von Wohnungen und Gebäuden fördern. Diese Themen werden auch im Jahr 2017 wieder Vertriebsschwerpunkte im Förderkreditgeschäft darstellen.

Entwicklung im Jahr 2016

Im Jahr 2016 lag das Förderkreditgeschäft der DZ BANK bei 10,9 Mrd. Euro und damit über dem Vorjahresniveau von 9,2 Mrd. Euro (davon 6,5 Mrd. Euro ehemalige DZ BANK und 2,7 Mrd. Euro ehemalige WGZ BANK), was in erster Linie auf die starke Nachfrage nach günstigen Finanzierungen im privaten Wohnungsbau zurückzuführen ist. Bei KfW-Förderkre­diten erzielte die DZ BANK zu­sammen mit den Genossenschaftsbanken ein Neugeschäftsvolumen in Höhe von 7,9 Mrd. Euro nach 6,3 Mrd. Euro im Vorjahr. Mit einem Anteil von 21,1 Prozent am Gesamtkreditvolumen der KfW wardie DZ BANK erneut größter Einzelkunde des Förderinstituts. Nach Volumen bei der KfW besitzt die DZ BANK einen Marktanteil von 14 Prozent im gewerblichen Umweltbereich und von 27 Prozent im Privatkundengeschäft.

Dort haben vor allem öffentliche Programme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren die Geschäftsentwicklung angetrieben. Im gewerblichen Sektor dagegen wirkte sich die nachlassende Investitionsneigung des Mittelstands nega­tiv auf das Kredit- und damit auch auf das Förderkreditgeschäft aus. Zudem führt der niedrige Ölpreis dazu, dass Unternehmen angedachte Energieeffizienzmaßnahmen nochmals überdenken.

Gegenüber den bundesweiten KfW-Förderprogrammen haben die Programme der Landesförderinstitute an Bedeutung verloren. Diese machen nur noch ein Viertel des gesamten Förderkreditvolumens der DZ BANK aus. Beim bundesweit wichtigsten Landesförderinstitut, der L-Bank in Baden-Württemberg, erreichte der Marktanteil der DZ BANK 32,2 Prozent. Bei der LfA Förderbank Bayern lag der Genossenschaftssektor im Jahr 2016 bei einem Marktanteil von 31,8 Prozent.

Fördermittelpreis für Genossenschaftsbanken und Kundenberater

Auch im Jahr 2016 vergab die DZ BANK ihren jährlichen Fördermittelpreis wieder an insgesamt 64 Genossenschaftsbanken. Mit dem Preis zeichnen wir – unabhängig von Region und Bilanzsummengröße – Institute aus, die ein deutliches Wachstum im Förderkreditgeschäft erzielten und bei denen in der Bilanzsumme ein außerordentlich hoher Anteil des Neugeschäfts aus Fördermitteln erkennbar ist. Darüber hinaus haben wir auch im Jahr 2016 gemeinsam mit Förderinstituten und Regionalverbänden wieder die besten Fördermittelbetreuer unter den Genossenschaftsbanken in verschiedenen Kategorien ermittelt und ausgezeichnet.

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Projektfinanzierung

Projektfinanzierungen eignen sich ideal für kapitalintensive Großvorhaben. Die DZ BANK verfügt über langjährige Erfahrungen auf diesem Gebiet. Mit unserem umfangreichen Fachwissen stehen wir den Insti­tuten der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken in allen Fragen rund um diese Finanzierungsart zur Seite.

Bei der Projektfinanzierung handelt es sich um ein in sich abgeschlossenes, wirtschaftlich und rechtlich isoliertes Investitionsvorhaben. Für dessen Realisie­rung gründen die Investoren eine Projektgesellschaft, die in der Regel auch der Darlehensnehmer ist. Die Rück­zahlung erfolgt aus den Erträgen, die das Investitionsobjekt in Zukunft erwirtschaftet. Das Objekt selbst wird zur Absicherung der Projektfinanzierung genutzt.

Die Schwerpunkte der DZ BANK liegen in den­ Bereichen:

  • Energieerzeugung und -verteilung inklusive erneuerbare Energien
  • Infrastruktur und öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) 

Im Fokus der Projektfinanzierung standen 2016 wieder die erneuerbaren Energien in Deutschland. In den Bereichen Wind, Fotovoltaik und Biogas / Biomasse erreichte das Volumen der von der DZ BANK zugesagten Kreditlimite für Projektfinanzierungen Ende 2016 rund 4,7 Mrd. Euro. Wichtigster regenerativer Ener­gieträger bleibt nach wie vor die Windkraft mit einem Volumen von rund 3,1 Mrd. Euro Ende 2016.

Partnerschaften zwischen der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft, sogenannte öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP), haben sich in den vergangenen Jahren zu einem erfolgreichen Beschaffungsmodell für wichtige Vorhaben der Daseinsvorsorge in Europa entwickelt. Die DZ BANK arbeitet hier regelmäßig mit Partnern aus der Genossenschaftlichen FinanzGruppe zusammen, um beispielsweise den Bau und Betrieb von Straßen/Verkehrswegen, Schulen, Krankenhäusern oder Verwaltungsgebäuden zu ermöglichen.

 

Nachhaltige Standards für Projektfinanzierungen

Die DZ BANK hat im Jahr 2013 die von interna­tionalen Projektfinanzierungsinstituten formulierten Äquator-Prinzipien („Equator Principles“) offiziell anerkannt. Mit der Unterzeichnung dieser freiwilligen Selbstverpflichtung übernehmen wir Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft. Dabei dokumentieren wir auch nach außen die seit Jahren bestehende Praxis, bei der Projektfinanzierung nachhaltigkeitsrele­vante Standards zu berücksichtigen. Zugleich erfüllt die DZ BANK auf diese Weise insbesondere im Bereich der großvolumigen Projektfinanzierung die Anfor­derungen einer vorausschauenden Risikovor­sorge.

Die DZ BANK unterzieht sowohl ihre eigenen Anlagen als auch die von ihr angebotenen Kredite, Finanzierungen und Produkte einer Nachhaltigkeitsprüfung, die auch die Wahrung der Menschenrechte umfasst. Dies gilt entsprechend für sämtliche Anfragen zu Projektfinanzierungen, die wir im Rahmen unseres Kreditprüfungsprozesses systematisch auf relevante Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsaspekte prüfen. Ebenso schließen wir die Finanzierung von Unternehmen aus, die gegen international anerkannte Prinzipien im Bereich der Menschen- und Arbeitsrechte verstoßen. Darüber hinaus enthalten unsere Zulieferer-Standards entsprechende Menschenrechts­klauseln.

Die im Jahr 2003 eingeführten Äquator-Prinzipien bestehen aus zehn Richtlinien, die für alle neuen Projektfinanzierungen mit einem Nettoinvestitionsvolumen von mehr als 10 Mio. US-Dollar gelten. Maßgeblich für die Einstufung ist das Gesamtvolumen eines Projekts; der Anteil der DZ BANK selbst kann dabei geringer ausfallen. Inzwischen haben 90 Finanzinstitu­te aus 37 Ländern die Prinzipien unterzeichnet, darunter die global in der Projektfinanzierung führenden Banken.

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Anlageprodukte

Wachstum bei nachhaltigen Anleihen setzt sich fort

Die DZ BANK ist seit 2013 im Marktsegment für sogenannte Green Bonds tätig. Mit diesen „grünen Anleihen“ können Emittenten Kapital für sozialverantwortliche, umweltfreundliche oder auf Nachhaltigkeit aus­gerichtete Projekte und Märkte aufnehmen. Den Schwerpunkt der Emissionstätigkeit bilden Inves­titions­vorhaben in den Bereichen erneuerbare Ener­gien und Klimaschutz. Unter dem Oberbegriff Sustainable Bonds kommen mittlerweile weitere nachhaltige Ausprägungen hinzu. Beispielsweise finden – vorerst noch vereinzelt – soziale Mittelverwendungen für Bildung, Inte­gration oder den sozialen Wohnungsbau Eingang in das Thema am Markt. Als obers­tes Prinzip gilt aber nach wie vor: Der Einsatz der Emissionserlöse für solche Zwecke muss nachvollzieh­bar von denjenigen Mittel­verwendungen getrennt sein, die diese Kriterien nicht erfüllen.

Vor diesem Hintergrund nimmt die Zahl und Bandbreite der Emittenten unvermindert und stetig zu. Die neuen Emittenten kommen aus sämtlichen Kategorien und fast allen Erdteilen. Besondere Wachstumsraten finden sich unter den Bank- und Unternehmensemittenten, bei Letzteren auch im Segment Schuldscheindarlehen. Zudem haben Anfang 2017 mit Polen und Frankreich zwei Staaten erstmals „grüne Staatsanleihen“ begeben. Und auch in Deutschland diskutieren Teile der Bundesregierung die Stärkung des Aspektes „Nachhaltigkeit (in) der Finanzwirtschaft“ als Teil einer Transformation der gesamten Volkswirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Getragen wird diese Entwicklung von einem insgesamt weiterhin steigenden Anlagebedarf nach Assets, die nachhaltigen Kriterien folgen.

Die DZ BANK gehört weiterhin zu den zehn führenden Konsortialbanken in diesem Segment. Es erweist sich als Vorteil, dass Nachhaltigkeit von den Ursprüngen her ein wesentliches Merkmal der genossenschaftlichen Idee und Kultur ist. Nicht von ungefähr finden sich neben der DZ BANK mit der Crédit Agricole und der Rabobank noch zwei weitere europäische Konsortialbanken mit genossenschaftlichen Wurzeln unter den marktführenden Häusern. Auch unter den Investoren im Markt für Green Bonds sind genossenschaftlich organisierte Institute zahlreich vertreten, so zum Beispiel Kirchen-, Ethik- und Sozialbanken sowie die Union Investment. Die zur DZ BANK Gruppe gehörende Union Investment ist die Fondsgesellschaft in Deutschland mit dem größten unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten verwalteten Vermögen.

Um Anlegern eine Orientierung zu bieten, haben Emittenten, Investoren und Umweltverbände Richt­linien erarbeitet, die ein beispielhaftes Emissionsver­fahren für nachhaltige Anleihen vorgeben. Beispiels­weise gibt es mit den Green Bond Principles (GBP) auf der Emittenten- und Konsortialbankenseite freiwillige Verfahrensregeln, die Transparenz empfehlen und die Integrität des Marktes sicherstellen sollen. Gleichzeitig setzt sich die Climate Bond Initiative (CBI) für die Entwicklung von vertrauenswürdigen Standards für grüne Anleihen ein. Maßgabe für die gemeinnützige Organisation ist das von der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 beschlossene Ziel, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.

Überdies können sich nachhaltig ausgerichtete Anleger bei ihren Investitionsentscheidungen an internen oder externen Nachhaltigkeitsratings für den Emittenten sowie an Green Bond-Zertifizierungen orientieren. Die DZ BANK selbst hat über ihr Sustainable Investment Research ein Nachhaltigkeitssiegel sowohl für Aktien- als auch für Anleiheemittenten ins Leben gerufen, welches ne­ben den Aspekten Umwelt (Environment), Soziales (So­cial) und Unternehmensführung (Governance) auch den Aspekt der Wirtschaftlichkeit (Economic) mit einbezieht. Die Resonanz bei Emittenten und Investoren auf diesen noch jungen Denkansatz ist überaus positiv.

Liquiditätsreserve orientiert sich an nachhaltigen Kriterien

Die DZ BANK hält Liquiditätsreserven vor, um möglichen krisenbezogenen Liquiditätsbelastungen angemessen begegnen zu können. Diese zweckgebundenen Anlagen müssen einerseits bestimmte regulatorische und ökonomische Bedingungen erfüllen. Andererseits achten wir darauf, dass sich unsere Investitionen auch an nachhaltigen Kriterien orientieren. Daher nutzt die DZ BANK Anlageprodukte, denen gemäß Analyse der Liquiditätsreserve von 2013 im Wesentlichen Nachhaltigkeitsratings zugeordnet werden können oder die nachhaltigen Anforderungen entsprechen. Bei der Bestimmung der Kreditlinien für Investitionen in unsere Liquiditätsreserve wenden wir wie bei allen anderen Krediten konsequent unsere interne Nachhaltigkeitsprüfliste und unsere Ausschlusskriterien an.

Keine Produkte mit Agrarrohstoffen

Die gesamte DZ BANK Gruppe bietet seit dem Frühjahr 2013 keine Anlageprodukte mit Agrarrohstoffen mehr an. Als ein Haus mit einer langen Tradition in der Betreuung der Agrarwirtschaft unterstützt die DZ BANK ihre Firmenkunden jedoch nach wie vor mit standardisierten Produkten bei der Preisab­sicherung.

Qualität und Sicherheit bei nachhaltigen Anlageprodukten

Auch bei ihren nachhaltigen Anlageprodukten legt die DZ BANK großen Wert auf Qualität und Sicherheit. Wir haben verschiedene interne Vorkehrungen getroffen, um die Qualität und Sicherheit unserer nachhal­tigen Anlageprodukte zu gewährleisten. Diese Prozesse unterliegen einem Qualitätsmanagement­system nach der Industrienorm ISO 9001:2015, das von der DQS GmbH (Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen) zertifiziert ist (Registrier-Nr. 052775 QM15).

Die DZ BANK ist Mitglied in der Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), die auf Grundlage ihrer Statuten einen umfassenden Schutz der Kundenein­lagen gewährleistet. Die gute Bonität der DZ BANK spiegelt sich auch in den Ratings wider.

Dem Fairness Kodex des DDV verpflichtet

Die DZ BANK gehört zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Derivate Verbandes e. V. (DDV) und engagiert sich gemeinsam mit anderen Emittenten für mehr Transparenz im Privatkundenmarkt. Als freiwillige Selbstverpflichtung für ihr geschäftliches Handeln bei Strukturierung, Emission, Marketing und Handel von strukturierten Wertpapieren wie Zertifikaten und Optionsscheinen haben sich die DDV-Mitglieder im Jahr 2013 überdies einen Fairness Kodex auferlegt. Dieser formuliert über gesetzliche Bestimmungen hinaus Leitlinien für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Kapital und dem Vertrauen des Anlegers. Mit dem Fairness Kodex ist die Zertifikatebranche im Hinblick auf Verständlichkeit und Transparenz ihrer Produkte führend in Europa. Die Selbstverpflichtung soll auch zu einer sachgerechten und zielführenden Regulierung beitragen, die privaten Anlegern letztlich einen echten Mehrwert bietet.

Wesentliche Finanzkennzahlen

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