NACHHALTIGKEITSRESEARCH

Nachhaltigkeitsresearch: Anlagen für Genossenschaftsbanken und institutionelle Investoren

Die DZ BANK bietet bereits seit 2011 im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsresearch einen umfassenden Prü­fungs- und Beratungsansatz für Aktienanlagen. In den Jahren 2015 und 2016 hat das DZ BANK Sus­tainable Investment Research ein Nachhaltigkeits­rating für Staaten und SSAs (Supranationals, Sub-­Sovereigns, Agencies) eingeführt und das Corporate-Rating um reine Anleiheemittenten erweitert. Damit haben die Experten die geplante Integration von ­Nachhaltigkeitsaspekten in die Assetklasse Fixed Income erfolgreich umgesetzt. Zudem entwickeln sie gemeinsam mit den Fundamentalanalysten und anderen Fachabteilungen ausführbare Anlageideen aus Nachhaltigkeitstrends.

Das Angebot des Nachhaltigkeitsresearch richtet sich vor allem an Genossenschaftsbanken sowie institutio­nelle Anleger im In- und Ausland, die ihre Anlagen und ihr Produktportfolio aufgrund regulatorischer Erfor­dernisse und einer steigenden Kundennachfrage immer stärker unter Nachhaltigkeitsaspekten bewerten müssen.

Das Nachhaltigkeitsrating des DZ BANK Research basiert auf einem integrativen Analyseansatz und ermöglicht es institutionellen Investoren, Vermögensverwaltern und Genossenschaftsbanken, bei ihren Anlageentscheidungen Renditeerwartungen und Nachhaltigkeit miteinander zu verknüpfen.

Markttrend für das Nachhaltigkeitsresearch der DZ BANK weiter positiv

Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr nur ein Thema für Spezialisten. Klassische Investoren integrieren Nachhaltigkeit zunehmend in ihre Entscheidungsprozesse, wie Zahlen des europäischen Dachverbands für nachhaltige Geldanlagen EUROSIF (European Sustainable Investment Forum) vom November 2016 belegen. Assets, die Ausschlusskriterien unterliegen, sind den Angaben zufolge zwischen 2013 und 2015 um 22 Prozent gewachsen und decken mittlerweile rund 48 Prozent der professionell gemanagten Vermögenswerte in Europa ab. Keine andere nachhaltige Anlagestrategie wird europaweit so häufig angewendet.

Dies treibt die Nachfrage nach unserem Nachhaltigkeitsresearch an. Zugleich sind auch unsere Sektorspezialisten gefordert, Nachhaltigkeitsaspekte verstärkt in ihren Analysen zu berücksichtigen, um ihre Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung beurteilen zu können. 

Der Anteil nachhaltiger Anlagen (Socially Responsible Investments, SRI) am europäischen Gesamtmarkt nimmt stetig zu. Sämtliche verantwortlichen Anlagestrategien verzeichneten laut der EUROSIF-Erhebung zwischen 2013 und 2015 zweistellige Wachstumsraten. Das Plus reichte von 14 Prozent (Engagement & Voting) bis hin zu 120 Prozent (Impact Investment).

Die sehr gute Wettbewerbsposition des Nachhaltigkeitsresearch spiegelt sich in der „Independent Research in Responsible Investment (IRRI)“-Umfrage aus dem Herbst 2016 wider. Marcus Pratsch, Leiter des Nachhaltigkeitsresearch der DZ BANK, zählt demnach erneut zu den Sell-Side-Analysten, die die Chancen und Herausforderungen von Unternehmen im Nachhaltigkeitskontext am besten verstehen und analysieren.

Nachhaltigkeitsrating mit besonderer Methodik

Corporates

Im Gegensatz zum fundamentalen Research steht beim Nachhaltigkeitsrating der DZ BANK die langfristige Perspektive und Wertentwicklung der untersuchten Emittenten im Vordergrund. Um diese zu beurteilen, betrachten unsere Analysten im Rahmen des mehrstufigen Ratingprozesses rund 150 ökologische, soziale sowie die Unternehmensführung betreffende „Governance“-Aspekte im Detail und gewichten sie nach Branchenzugehörigkeit. Das so erstellte dreidimensionale ESG-Rating (Environmental, Social, Governance) nutzen wir intern, abweichend von den gängigen Analysemodellen, nur als Zwischenergebnis. Anhand ökonomischer Nachhaltigkeitsindikatoren wird es um eine vierte Dimension ergänzt und als finales Nachhaltigkeitsrating in einer Zahl zwischen 0 und 100 dargestellt.

Mithilfe dieser Zahl nimmt unser Research eine Einteilung in „nachhaltige“ und „nicht nachhaltige“ Emittenten vor.

Hierbei berücksichtigt es zunächst sogenannte Ausschlusskriterien. Grundsätzlich schließt die DZ BANK demnach Emittenten aus dem Nachhaltigkeitsuniversum aus, die

  • fundamentalen Prinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zuwiderhandeln,gegen Umweltgesetze und international akzeptierte ökologische Mindeststandards verstoßen,
  • grundlegende Menschenrechte verletzen oder
  • gesetzlich nicht geforderte Tierversuche durchführen.

Außerdem stufen wir Emittenten als nicht nachhaltig ein, sobald sie in kontroversen Geschäftsfeldern wie Alkohol, Tabak, Atomwirtschaft, ethisch kontroverse Finanzierung oder Rüstung mehr als 10 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften.

Ferner berücksichtigen wir bei der Klassifizierung von Einzelwerten eine sogenannte sektorale (innerhalb einer Branche) und eine cross-sektorale (branchenübergreifende) Nachhaltigkeitsgrenze, die jeweils durch das Erreichen einer Mindestpunktzahl charakterisiert wird. Hinzu kommen aktuelle ökonomische, ökologische, soziale und Governance-Kontroversen.

Emittenten, die sowohl die für ihre Branche relevante sektorale als auch die cross-sektorale Nachhaltigkeitsgrenze überschreiten, gegen keines der oben genannten Ausschlusskriterien verstoßen und keine aktuellen schwerwiegenden Kontroversen aufweisen, qualifizieren sich für das investierbare Nachhaltigkeitsuniversum.

SSAs (Supranationals, Sub-Sovereigns, Agencies)

Der SSA-Markt ist stark heterogen und schlägt eine Brücke zwischen der Welt der Staats- und der der Unternehmensanleihen. Aufgrund dieser besonderen Charakteristika durchlaufen SSAs im Nachhaltigkeitsresearch der DZ BANK einen eigenständigen Ratingprozess und werden nicht mit klassischen Banken oder „Diversified Financials“ in einen Topf geworfen.

Analog zu den Corporates analysieren die Experten die SSAs in einem mehrstufigen, integrierten „EESG“-Ratingprozess. Für die abschließende Klassifizierung der SSAs in die Kategorien „nachhaltig“ und „nicht nachhaltig“ berücksichtigen sie ebenfalls harte und weiche Ausschlusskriterien, dynamische Nachhaltigkeitsgrenzen sowie aktuelle Kontroversen.

Staaten

Auch beim Nachhaltigkeitsrating für Staaten steht die zukünftige Verfassung des Emittenten im Mittelpunkt der „EESG“-Analyse. Die Experten der DZ BANK identifizieren das nachhaltig investierbare Universum ebenfalls in drei Schritten: Zunächst untersuchen sie die drei klassischen Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie (E), Soziales (S) und Governance (G) und führen diese zu einem sogenannten ESG-Rating zusammen. In einem nächsten Schritt integrieren sie die ökonomische Nachhaltigkeitsdimension (E). Abschließend werden die untersuchten Staaten in die drei Kategorien „nachhaltig“, „Transformationsstaaten“ und „nicht nachhaltig“ eingestuft. Dabei berücksichtigen die Analysten dynamische Nachhaltigkeitsgrenzen, harte Ausschlusskriterien und aktuelle Kontroversen.

Als nachhaltig klassifizierte Emittenten erhalten von unseren Analysten das DZ BANK Research Gütesiegel für Nachhaltigkeit und werden in den Research-Pu­blikationen entsprechend gekennzeichnet. Anwendung findet das Rating im gesamten Aktien- und Anleihe­universum der DZ BANK mit mehr als 350 Einzelwerten. Von ihnen stufte das Nachhaltigkeitsresearch rund 25 Prozent als nachhaltig ein. Bei der Nachhaltigkeitsbewertung von Staaten nehmen die Analysten eine Dreiteilung in „nicht-nachhaltige Staaten“, „Trans­formationsstaaten“ und „nachhaltige Staaten“ vor. Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Berichts erhielten von den gut 145 analysierten Staaten 22 die Klassi­fizierung „nachhaltig“. Zudem fielen acht in die Kategorie „Transformationsstaaten“.

Das Aktienresearch integriert das DZ BANK Research Gütesiegel für Nachhaltigkeit bereits seit 2012 in sämtliche Publikationen. Im Jahr 2016 wurden erste technische Schritte umgesetzt, um das Siegel in Publikationen des Anleihenresearchs einzubinden. Die vollständige Integration soll bis Ende 2017/Anfang 2018 abgeschlossen sein. Zudem ist das Siegel in der sogenannten Masterliste aufgeführt, die die Volksbanken Raiffeisenbanken als Beratungsinstrument nutzen. Diese Liste enthält umfassende Marktinformationen und gibt zugleich Auskunft über die Nachhaltigkeit der vom Aktienresearch analysierten Unternehmen. 

Assetklasse Anleihen im Fokus

Im Jahr 2016 stand erneut die Anlageklasse Anleihen im Mittelpunkt der Nachhaltigkeitsanalyse. So haben die Experten der DZ BANK im Februar das Nachhaltigkeitsrating für Supranationals, Sub-Sovereigns und Agencies (SSAs) lanciert. Zu den suprana­tionalen Emittenten gehören Institutionen, an denen mehr als ein Staat direkt beteiligt ist, während Sub-Sovereigns regionale und lokale Gebietskörperschaften umfassen. Und auch die Agencies haben einen öffent­lichen Auftrag beziehungsweise eine sehr starke Bindung zum öffentlichen Sektor. Im September wurde darüber hinaus das Corporate-Rating um reine Anleiheemittenten erweitert.

Research im Dialog

Das Nachhaltigkeitsresearch steht mit allen Kundengruppen im Dialog und betreibt intensive Netz­werkarbeit, um Nachhaltigkeit als Investmentthema zu verankern und entsprechende Produkte zu vermarkten. Dies zeigen die folgenden Beispiele aus dem Jahr 2016:

Im März stellte Marcus Pratsch, Leiter Nachhaltig­keitsresearch, bei zwei von den „UN Principles for Re­sponsible Investment“ organisierten Webinaren das Nachhaltigkeitsrating der DZ BANK für Staaten vor. Im September veranstaltete das DZ BANK Sustainable Investment Research erstmals eine Nachhaltigkeitsroadshow bei Emittenten und Investoren in Singapur. Da Asien als vielversprechender Hub für das Thema Nachhaltigkeit an den Finanzmärkten gilt, konnte das Nachhaltigkeitsresearch mit seiner Kompetenz erfolgreich punkten und den Teilnehmern wichtige Unterstüt­zung im für Asien noch jungen „Nachhaltigkeitsmarkt“ geben. Im Dezember führten die Nachhaltigkeitsexperten bei einer mehrtägigen Auslandsroadshow in der US-Hauptstadt Washington zahlreiche Gespräche mit bedeutenden Emittenten wie der Weltbank, der Internationalen Finanz-Corporation (IFC) und der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB). Zu den ­Themen zählten unter anderem Nachhaltigkeit an den Finanzmärkten, Sustainable Bonds und die Finanzierung einer nachhaltigen Ökonomie.

Zudem gab Marcus Pratsch, Leiter Nachhaltigkeitsresearch, auf der 6. „Taking ESG Into Account“-Konferenz der DVFA einen ausführlichen Überblick über den Green-Bond-Markt, betonte die hohe Bedeutung des noch recht jungen Anlagevehikels im Rahmen der Transformation hin zu einer „Green Economy“ und zeigte Chancen und Hemmnisse für die künftige Entwicklung des Marktes auf. Ferner nahm Pratsch an einer Paneldiskussion der „Task Force on Climate-related Financial Disclosures“ (TCFD) zum Thema „Klimawandel: Chancen und Risiken – Berichterstattung im Wandel“ teil. Dort betonte er die zunehmende Bedeutung klimawandelrelevanter Daten in der Kapitalmarktkommunikation und erläuterte die Vorteile einer integrierten Berichterstattung aus Sicht der Analysten.

Zusätzlich organisierte das Nachhaltigkeitsresearch im Berichtsjahr wieder zahlreiche Nachhaltigkeitsroadshows („Corporate SRI Roadshows“) im In- und Ausland für namhafte deutsche Unternehmen wie beispielsweise BMW und SAP. Erneut arrangierte das Nachhaltigkeitsresearch für ausgewählte institutionelle Investoren einen sogenannten SRI-Field-Trip, der dieses Mal bei der BASF in Ludwigshafen stattfand. Dort stand neben IR- und Fachvorträgen auch eine Werksbesichtigung mit Nachhaltigkeitsfokus auf der Agenda.

Mitarbeiter des Nachhaltigkeitsresearchs der DZ BANK beteiligten sich auch 2016 an Dialogen und Podiumsdiskussionen als Referenten und wirkten an Umfragen mit. Darüber hinaus veranstalteten sie Schulungen, um Berater und Kunden der Volksbanken Raiffeisenbanken für das Thema Nachhaltigkeit am Kapitalmarkt zu sensibilisieren. Außerdem stellten die Referenten dort konkrete nachhaltige Anlageideen vor. Im Rahmen sogenannter SRI-Analyst-Roadshows ging das Nachhaltigkeitsresearch aktiv auf institutionelle Investoren im In- und Ausland zu. Neben dem Bezug der Publikationen des Nachhaltigkeitsresearchs nutzen immer mehr Kunden das Angebot des SRI-Portfolio-Screenings: Spezialisten des DZ BANK Sustainable Investment Researchs durchleuchten monatlich das Anlageuniversum des Kunden unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten.

DVFA Commission Responsible Investing

Die DZ BANK nutzt ihre Mitgliedschaft in der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) als Trend-Barometer und um eigene Themen zu verbreiten. So arbeitet Marcus Pratsch, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der DZ BANK, in der DVFA-Kommission Responsible Investing mit. Deren Ziele sind unter anderem, Nachhaltigkeitsstandards (weiter-) zu entwickeln und die ESG-Berichterstattung zu internationalisieren. Darüber hinaus pflegt das DZ BANK Sustainable Investment Research den Austausch mit anderen Organisationen wie dem International Integrated Reporting Council (IIRC).

BMUB-Initiative „Financing the Green Economy“

Die hohe fachliche Kompetenz des Nachhaltigkeitsresearch ist in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gleichermaßen gefragt. Als Leiter der Arbeitsgruppe „Environmental, Social & Governance Issues (ESG) und der Kapitalmarkt – Begriffe und Rollen“ unterstützt Marcus Pratsch die vom Bundesumweltministerium (BMUB) ins Leben gerufene Initiative „Financing the Green Economy“.

Die Gesamtzahl der Veranstaltungen des Nachhaltigkeitsresearch ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr erneut um mehr als 25 Prozent gestiegen.

Publikationsaktivitäten 2016

Das Nachhaltigkeitsresearch veröffentlichte im Jahr 2016 diverse Studien zu SRI-relevanten Themen sowie den CDP-Klimawandelbericht 2016 für die DACH-Region.

Ferner haben wir im Berichtsjahr die drei Jahre zuvor gestartete Publikationsreihe „Nachhaltigkeit im Fokus“ nochmals intensiviert, in der unsere Experten aktuelle Nachhaltigkeitsthemen und -trends kurz und präzise analysieren und kommentieren. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem Themen wie die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto durch Bayer, die Einführung einer Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland sowie die Notwendigkeit, den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen in der Automobilindustrie aufgrund regulatorischer EU-Vorgaben zu reduzieren.

Unsere vielfach von institutionellen Investoren angefragten Analysen haben wir über spezielle Verteiler in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe und über das VR-BankenPortal auch Selbstentscheidern wie Anlageberatern und Endkunden zur Verfügung gestellt.

Bei der Themenauswahl für unsere Studien greifen wir auf die Expertise des zweiköpfigen Nachhaltigkeitsresearch-Teams zurück. Zudem berücksichtigen wir die Anfragen unserer Kunden und Gespräche mit Repräsentanten verschiedener Fachverbände wie zum Beispiel dem Forum „Nachhaltige Geldanlagen“. Hinweise auf relevante Themen entnehmen wir auch dem Dialog mit der Politik, den wir zum Beispiel mit dem Rat für nachhaltige Entwicklung führen, sowie dem Austausch mit Vertretern von Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen.

Darüber hinaus bauen wir fachspezifische Kontakte auf, um Marktdaten, Trends und Prognosen auszutauschen und Investmentideen zu entwickeln.

Ausgewählte Studien des Nachhaltigkeitsresearch im Jahr 2016

„Nachhaltigkeitsrating für SSAs“
Trotz der hohen Bedeutung der Assetklasse Fixed Income hat der Rentenmarkt Nachhaltigkeitsaspekte in der Vergangenheit nur rudimentär berücksichtigt. Eine positive Ausnahme, wenn es um die Nachhaltigkeitsbeurteilung der Emission selbst geht, bildet seit einigen Jahren das Segment der SSAs, die als Pioniere des Green-Bonds-Marktes gelten. Für eine steigende Anzahl an Investoren spielt, nicht zuletzt in Zeiten zunehmender Spread- und Ratingvolatilität, neben der Nachhaltigkeitsanalyse der Emission auch die Nachhaltigkeitsbeurteilung des Emittenten eine immer wichtigere Rolle. Analog zu Staaten und Unternehmen gilt auch bei SSAs, dass Bonitätsratings, die fast ausschließlich auf ökonomischen Indikatoren basieren, unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ein unvollständiges Bild über den Zustand eines Emittenten liefern. Vor diesem Hintergrund muss die klassische Anleihenanalyse um ökologische, soziale und Governance-Aspekte erweitert werden. Ziel des DZ BANK Sustainable Investment Research war daher die Entwicklung einer Analysemethodik für SSAs, die im Hinblick auf eine langfristige Nachhaltigkeitsbeurteilung (und damit in klarer Abgrenzung zur klassischen kurzfristigen Bonitätsbeurteilung) sowohl die Defizite traditioneller Ratings als auch am Markt verfügbarer Nachhaltigkeitsratings beseitigt. Zudem gilt es, die besonderen Charakteristika des SSA-Marktes zu berücksichtigen. Da der SSA-Markt heterogen ist und eine Brücke zwischen der Sovereign- und der Corporate-Debt-Welt schlägt, wird er in unserer Analyse als eigenständiger Sektor behandelt. SSAs werden somit nicht mit klassischen Banken oder Diversified Financials in einen Topf geworfen. Das Ergebnis ist ein integratives, vierdimensionales „EESG“-Analysemodell.

„EM der Nachhaltigkeit“
Zeitgleich mit dem Start der 15. Fußball-Europameisterschaft in Frankreich hat das DZ BANK Sustainable Investment Research die 24 Teilnehmerländer unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten in den Wettkampf geschickt. Das Nachhaltigkeitsrating für die 24 Teilnehmer der Nachhaltigkeits-EM basiert auf dem von uns entwickelten „EESG“-Analysemodell für Staaten, welches über das traditionelle Nachhaltigkeitsverständnis hinausgeht. Neben den klassischen Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie („E“), Soziales („S“) und Governance („G“) fließt auch eine ökonomische Dimension („E“) der Nachhaltigkeit in das Rating der Länder ein, da wir Nachhaltigkeit als ein Investment-Thema verstehen. Die Analyse der klassischen Nachhaltigkeitsdimensionen („ESG“) erfolgt mithilfe von 14 Kernindikatoren, die sich wiederum aus 46 Nachhaltigkeitsfaktoren – den sogenannten Subindikatoren – zusammensetzen. Die Integration der ökonomischen Nachhaltigkeitsdimension erfolgt unter Berücksichtigung von fünf Kernindikatoren, die wiederum aus 13 Subindikatoren bestehen. Die Einteilung der Länder in die einzelnen Gruppen orientiert sich an der Auslosung vom 12. Dezember 2015. Auch der Modus der Nachhaltigkeits-Europameisterschaft ist an den der Fußball-Europameisterschaft angelehnt. In der Vorrunde wird in sechs Vierergruppen gespielt, wobei die Gruppenersten und -zweiten und die vier besten Gruppendritten sich für das Achtelfinale qualifizieren. Ab dem Achtelfinale wird im K.-o.-System gespielt, womit der Verlierer der Partie aus dem Turnier ausscheidet. Steht ein Spiel nach 90 Minuten Spielzeit unentschieden, gibt es Verlängerung. In diesem Fall setzt sich unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten dasjenige Land durch, welches einen höheren „EESG“-Score aufweist. Steht auch dann kein Sieger fest, da beide Länder durch einen gleichhohen „EESG“-Score charakterisiert sind, entscheidet ein Elfmeterschießen die Partie. Hier legen wir den historischen „EESG“-Trend der vergangenen fünf Jahre zugrunde. Im zweiten Teil der Studie stellen wir unsere „EESG“-Analysemethodik ausführlich dar und geben einen Einblick in unser globales Nachhaltigkeitsrating für Staaten.

„Nachhaltigkeitsrating für Unternehmen (Corporates)“
Die Publikation ist ein Update zu unserer Methodikstudie aus dem Jahr 2011. Hintergrund der Aktualisierung ist die im vergangenen Jahr begonnene Erweiterung unseres Nachhaltigkeitsanalyseansatzes auf den Bereich Fixed Income. Ziel des DZ BANK Sustainable Investment Researchs war die Entwicklung einer Analysemethodik für Unternehmen, die im Hinblick auf eine langfristige Nachhaltigkeitsbeurteilung (und damit in klarer Abgrenzung zur klassischen kurzfristigen Bonitätsbeurteilung und Fundamentalanalyse) sowohl die Defizite traditioneller Ratings als auch am Markt verfügbarer Nachhaltigkeitsratings beseitigt. Das Ergebnis ist ein integriertes, vierdimensionales „EESG“-Analysemodell. Die Analysemethodik des DZ BANK Sustainable Investment Researchs orientiert sich an dem Prinzip der Wesentlichkeit, der sogenannten Materialität. Sie fokussiert sich nicht allein auf interne Richtlinien, Regelwerke, Prozesse oder die Unternehmensstrategie, sondern schließt auch ökologische, soziale sowie langfristige ökonomische Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen (den sogenannten „Impact“) bei der Bewertung eines Emittenten mit ein. Ferner berücksichtigt unsere Methodik, dass Nachhaltigkeit kein starres Konstrukt, sondern vielmehr ein komplexer, dynamischer Prozess ist. Die Identifikation des nachhaltig investierbaren Universums erfolgt in drei Schritten. Zunächst werden die drei klassischen Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie (E), Soziales (S) und Governance (G) untersucht und zu einem sogenannten ESG-Rating zusammengeführt. In einem nächsten Schritt integrieren die Nachhaltigkeitsexperten die ökonomische Nachhaltigkeitsdimension (E) und leiten ein „EESG“-Rating ab. In einem finalen Analyseschritt klassifizieren sie die untersuchten Unternehmen in die Kategorien „nachhaltig“ und „nicht nachhaltig“, wobei erstere das DZ BANK Gütesiegel für Nachhaltigkeit erhalten. Dabei berücksichtigen die Experten dynamische Nachhaltigkeitsgrenzen, harte und weiche Ausschlusskriterien sowie aktuelle Kontroversen.

CDP DACH 350 Klimawandelbericht 2016
Zusätzlich zu seiner eigenen Publikationstätigkeit erstellte das Nachhaltigkeitsresearch für das CDP den Klimawandelbericht 2016 für die DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz). Unter dem Titel „Auf dem Weg in eine Unter-zwei-Grad-Welt: Klimastrategien in DAX, MDAX, SDAX, TecDAX, SMI, SMIM und ATX“ vergleicht der Bericht die Klimaschutzstrategien und CO2-Reduktions-Ziele der 350 größten börsennotierten Unternehmen in den drei Ländern und bewertet ihre Umsetzung durch die Unternehmen.

Seit 2013 bekennt sich die DZ BANK als „Signatory Investor“ des CDP öffentlich zu mehr Verantwortung für die Themen Klimawandel und Wasser in der Investment-Welt. 

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