ÄQUATOR-PRINZIPIEN

Aus dem Bekenntnis zu den Äquator-Prinzipien ergibt sich für die Finanzierung von Großprojekten sowie vielen Projekten des Mittelstandsgeschäfts zusätzlicher Prüfungsbedarf. Seit dem Berichtsjahr 2013 legen wir unsere Praxis im Umgang mit den Äquator-Prinzipien im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts offen.

Die zehn Prinzipien

  • Prinzip 1: Überprüfung und Kategorisierung
    Gefahren, die von dem Projekt ausgehen, sind vom teilnehmenden Finanzinstitut mithilfe der Auswahlkriterien der International Finance Corporation (IFC) den Risikokategorien A (hohe Sozial- und Umweltbelastung), B (moderate Sozial- und Umweltbelastung) oder C (geringe Sozial- und Umweltbelastung) zuzuordnen.
  • Prinzip 2: Sozial- und Umweltverträglichkeitsprüfung
    Für alle Projekte der Kategorien A und B ist eine Sozial- und Umweltverträglichkeitsprüfung (SUP) erforderlich.
  • Prinzip 3: Anwendbare Sozial- und Umweltstandards
    Projekte außerhalb der einkommensstarken OECD-Länder werden gemäß der IFC-Performance Standards sowie der branchenspezifischen Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien der Weltbank geprüft.
  • Prinzip 4: Umweltmanagementplan
    Der Kreditnehmer muss bei ökologisch relevanten Projekten einen Umweltmanagementplan erstellen und darin detailliert beschreiben, wie die festgestellten Risiken gemanagt werden sollen.
  • Prinzip 5: Konsultation und Offenlegung
    Der Kreditnehmer hat nachzuweisen, dass er die betroffene Bevölkerung, einschließlich indigener Gruppen und lokaler Nichtregierungsorganisationen, in angemessener Weise konsultiert hat.
  • Prinzip 6: Beschwerdemechanismus
    Angepasst an die Risiken und negativen Einflüsse des Projekts ist ein Beschwerdemechanismus als Teil des Managementsystems einzurichten.
  • Prinzip 7: Unabhängige Überprüfung
    Die Sozial- und Umweltverträglichkeitsprüfung, der Umweltmanagementplan und die Unterlagen zum Konsultationsprozess müssen durch einen unabhängigen Experten geprüft werden.
  • Prinzip 8: Kreditvereinbarungsklauseln
    Der Kreditnehmer muss sich im Kreditvertrag dazu verpflichten, für die Äquator-Prinzipien relevante Auflagen einzuhalten.
  • Prinzip 9: Unabhängige Überwachung und Berichterstattung
    Für die Laufzeit des Kredits ist ein unabhängiger Experte zu benennen, welcher der kreditgebenden Bank regelmäßig Bericht erstattet.
  • Prinzip 10: Berichterstattung der teilnehmenden Finanzinstitution
    Jede sich zu den Äquator-Prinzipien bekennende Finanzinstitution berichtet mindestens einmal pro Jahr öffentlich für die Äquator-Prinzipien relevante Sachverhalte sowie ihre Erfahrungen und Umsetzungsprozesse bei der Anwendung der Äquator-Prinzipien.

Kategorisierung im Rahmen des Kreditvergabeprozesses

Als Unterzeichner der Äquator-Prinzipien verpflichtet sich die DZ BANK, Projekte mit einem Finanzierungsvolumen von mehr als zehn Mio. US-Dollar hinsichtlich ihrer Sozial- und Umweltrelevanz zu prüfen sowie deren Sozial- und Umweltbelastungen den Risikoklassen „hoch“, „moderat“ oder „gering“ zuzuordnen. Diese Zuordnung findet im Rahmen des herkömmlichen Kreditvergabeprozesses statt. Im Zuge der Umsetzung der Äquator-Prinzipien hat die DZ BANK entsprechende Kreditvertragsbedingungen für die betroffenen Finanzierungen eingeführt.

Je nach Grad der möglichen ökologischen und sozialen Risiken ordnen die Experten der DZ BANK in einem eigens hierfür entwickelten Analyseverfahren jedes Projekt in die Kategorien „A“, „B“ oder „C“ ein. Diese Kategorisierung dient als Annäherungswert und wird durch eine nachfolgende qualitative Beurteilung überprüft. Das übergeordnete Ziel dieser Einstufung ist es, die möglichen ökologischen und sozialen Risiken zu bewerten, die mit der Planung, dem Bau und dem Betrieb eines Projektes verbunden sind. Die Kategorien basieren auf den ökologischen und sozialen Leistungsanforderungen der Internationalen Finanz-Corporation (IFC) sowie den Umwelt- und Gesundheitsstandards der Weltbank. Im Jahr 2015 fielen zwei Projektfinanzierungen in die Kategorie „B“ und 18 in die Kategorie „C“, wozu vor allem Projekte im europäischen Energiesektor zählten. In die Kategorie „A“ wurde keine Finanzierung eingeordnet.

Externe Standards

Die Äquator-Prinzipien umfassen folgende Themenfelder: Arbeitsbedingungen, Ressourcen-Effizienz und Vorbeugung von Umweltverschmutzung, Öffentliche Gesundheit und Sicherheit, Grunderwerb und unfreiwillige Umsiedlung, Schutz der Biodiversität und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen, Schutz von indigenen Völkern und Kulturerbe. Die Ergebnisse einer qualitativen Analyse dieser Themenfelder werden zur Prüfung vor Projektbeginn dokumentiert. Die Kategorisierung bestimmt den Umfang der externen Prüfungen sowie der Überwachungs- und Berichterstattungsmechanismen eines Projektes.