NACHHALTIGKEITSMANAGEMENT

Um der Vielschichtigkeit des Themas gerecht zu werden, hat der Bereich Kommunikation, Marketing und Nachhaltigkeit im Jahr 2008 die zentrale Koordination der Nachhaltigkeitsaktivitäten der DZ BANK übernommen. Die Bereichsleitung berichtet dem Vorstandsvorsitzenden regelmäßig über die Fortschritte in den einzelnen Handlungsfeldern. Nachhaltigkeits­beauftragte der DZ BANK AG ist seit 1. Januar 2014 Delia Kaiser. In dieser neu geschaffenen Funktion verantwortet sie das gesamte Nachhaltigkeitsmanagement der Bank.

Beim operativen Nachhaltigkeitsmanagement werden die Nachhaltigkeitsbeauftragte und der Bereich Kommunikation, Marketing und Nachhaltigkeit vom Arbeitskreis Nachhaltigkeit der DZ BANK AG unterstützt, der seit 2009 besteht. Der fest etablierten Expertengruppe gehören Vertreter aus 13 verschiedenen Abteilungen an. Sie treffen sich regelmäßig, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und um Ziele und Anregungen aus dem Austausch mit Unter­nehmen der DZ BANK Gruppe und anderen Stakeholdern zu bearbeiten. Zudem formulieren die Be­teiligten gemeinsam die Ziele des Nachhaltigkeitsprogramms.

Arbeitsschwerpunkte, Standards und -Dialogprozesse

Zusätzlich zur Arbeit am Nachhaltigkeitsprogramm gibt der Arbeitskreis Impulse zur Umsetzung nach­haltiger Maßnahmen in den Fachabteilungen.

Im Jahr 2015 standen verschiedene Themen im Fokus. Unter anderem haben wir

  • die Nachhaltigkeitsberichterstattung auf den neuen Standard G4 der Global Reporting Initiative (GRI) umgestellt.
  • die erste gruppenweite Stakeholder-Befragung durchgeführt und eine neue Materialitätsmatrix erstellt.
  • den Austausch zu Nachhaltigkeitsthemen innerhalb der DZ BANK Gruppe verstärkt.
  • die interne und externe Nachhaltigkeitskommunikation ausgeweitet.
  • den Stakeholder-Dialog mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) weiter vertieft.
  • den Austausch mit Genossenschaftsbanken zu Nachhaltigkeitsthemen intensiviert.
  • Online-Schulungen für die nachhaltige Kreditvergabe konzipiert.
  • ein Nachhaltigkeitsrating für Staaten eingeführt.
  • das Neubauprojekt „Pavillon Cityhaus II“ samt bankeigener Kindertagesstätte in Frankfurt begleitet.

Für das Jahr 2016 haben wir uns vorgenommen,

  • unser Angebot für die Genossenschaftsbanken fortzuführen, um das Thema Nachhaltigkeit bei den Volksbanken Raiffeisenbanken weiter voranzubringen. Dafür setzen wir vor allem auf Workshops, Broschüren, bilaterale Gespräche und den Austausch mit den Verbänden.
  • die Zusammenarbeit in der DZ BANK Gruppe auszubauen, auch über das Group Corporate Responsibility Committee. Wir werden weitere Unternehmen der DZ BANK Gruppe zur Mitarbeit in dem Gremium einladen und sie beim Aufbau eines eigenen Nachhaltigkeitsmanagements und
    -reportings unterstützen.
  • den Dialog mit nachhaltig orientierten Investoren, Banken und Ratingagenturen auszuweiten und zu vertiefen.
  • im Rahmen der geplanten Fusion von DZ BANK und WGZ BANK die Zusammenführung des Nachhaltigkeitsmanagements vorzubereiten.

Im Dialog mit den Anspruchsgruppen G4-18, G4-24, G4-25, G4-26, G4-27

Die DZ BANK legt Wert auf einen beständigen und vertrauensvollen Dialog mit ihren Stakeholdern. Da­zu zählen Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter, Analysten und Kapitalgeber ebenso wie Verbände, Medien, politische Entscheidungsträger und die Wissenschaft. Zudem stehen wir in einem regelmäßigen ­Austausch mit diversen Nichtregierungsorganisationen, deren Anfragen und Anliegen wir aufgreifen. Die Präferenzen­ und Anforderungen der Stakeholder an die DZ BANK sind grundlegend für unseren Nachhaltigkeitsansatz und unsere Strategie und setzen zugleich auch den inhaltlichen Rahmen für diesen jährlich erscheinenden Bericht.

Um die Nachhaltigkeit in der DZ BANK erfolgreich zu steuern, ist es wichtig, die sozialen, ökologischen und ökonomischen Interessen, Erfahrungen und Erwartungen unserer Anspruchsgruppen möglichst genau zu kennen. Wichtige Informationen lieferte uns im Berichtsjahr die erste gruppenweite Stakeholder-Befragung zu unserem Nachhaltigkeitsengagement. Diese Online-Befragung der Unternehmen der DZ BANK Gruppe baut auf der Umfrage der DZ BANK auf, die wir im Jahr 2012 erstmals unter externen und internen Stakeholdern durchführten. Sie erfolgte zusätzlich zum kontinuierlichen Dialog, den wir mit unseren Anspruchsgruppen führen.

Die gruppenweite Stakeholder-Befragung im Berichtsjahr orientierte sich an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI). Diesen Vorgaben gemäß hat unsere Nachhaltigkeitsabteilung in einem ersten Schritt Themen ermittelt, die sowohl im Nachhaltigkeitskontext als auch für unsere Stakeholder von Relevanz sind. Die Themen haben wir gemäß den Grundsätzen der Wesentlichkeit und unter der Einbeziehung der Ergebnisse der Online-Befragung priorisiert und anschließend in internen Workshops validiert.

Branchenprimus im CRI Corporate Responsibility Index

Im aktuellen CRI Corporate Responsibility Index der Bertelsmann Stiftung ist die DZ BANK Branchenbeste und zählt zu den führenden zehn Prozent der Unternehmen, die Corporate Responsibility-Maßnahmen erfolgreich in ihre Geschäftsprozesse integrieren. Konkret bedeutet das:

  • Die DZ BANK steht mit ihren Anspruchsgruppen im regelmäßigen Austausch.
  • Das Thema Corporate Responsibility (CR) und Nachhaltigkeit erhält Unterstützung durch das Top Management.
  • In der Bank sind CR-Maßnahmen und -Prozesse definiert.
  • Die Zielerreichung wird gemessen.

Der CRI Corporate Responsibility Index der Bertelsmann Stiftung, der Universität Bayreuth und der concern GmbH untersucht seit 2013 die relevanten Erfolgsfaktoren unternehmerischer Verantwortung. Damit liegt ein Mess- und Steuerungsinstrument vor, das die Qualität der Umsetzung von Unternehmensverantwortung abbildet. Der CRI 2015 ist mit 180 befragten Unternehmen weiterhin die aktuell größte Studie zur Umsetzung von Unternehmensverantwortung in Deutschland. Die Erhebung umfasst sowohl Großunternehmen als auch mittelständische Unternehmen verschiedener Branchen.

Austausch mit Genossenschaftsbanken intensiviert

Die DZ BANK hat im Berichtsjahr den Austausch mit den Volksbanken Raiffeisenbanken zu Nachhaltigkeitsthemen nochmals intensiviert und weitere Dialogformate geschaffen. So fand im April 2015 der erste Nachhaltigkeits-Workshop für Genossenschaftsbanken in der DZ BANK statt, bei dem erfahrene Experten den Teilnehmern wichtige Tipps zum Nachhaltigkeitsmanagement und zum Aufbau eines Berichtes gaben. Im Herbst 2015 kamen erneut zehn Banken in Frankfurt zusammen, um sich zu informieren, wie sie nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) berichten können. Im Rahmen eines weiteren Workshops haben die Beteiligten gemeinsam Punkte erarbeitet, die aus der Sicht von Genossenschaftsbanken grundlegend sind, um den DNK-Standard zu erfüllen. Für viele Volksbanken Raiffeisenbanken wird das Thema Nachhaltigkeit wichtig, da das EU-Parlament im Jahr 2014 die Offenlegung von nichtfinanziellen Informationen für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern beschlossen hat.

Über diese Workshops hinaus steht die DZ BANK im regelmäßigen Austausch mit ihren Kunden und Eigentümern, den Volksbanken Raiffeisenbanken. Auch in Zukunft werden wir Formate entwickeln und anbieten, um das Thema Nachhaltigkeit noch stärker in die Genossenschaftsstruktur einzubinden.

Das Group Corporate Responsibility Committee

Im Jahr 2015 hat sich der Austausch unter den Unternehmen der DZ BANK Gruppe ebenfalls weiter intensiviert. Dies gilt vor allem für die Gesellschaften, die sich verstärkt dem Nachhaltigkeitsmanagement widmen wollen. Zu den wichtigsten Themen der zahlreichen Gespräche zählten unter anderem Organisation und Aufbau von Nachhaltigkeit sowie Berichterstattung und Standards. Der Dialog innerhalb der DZ BANK Gruppe ist zudem im Group Corporate Responsibility Committee institutionalisiert. Das Gremium trifft sich sechsmal pro Jahr in der DZ BANK, um sich gemeinsame Richtlinien, der Bearbeitung von Kreditvergabe-Standards und anderen Nachhaltigkeitsthemen zu widmen.

Im Dialog mit Nichtregierungsorganisationen

Darüber hinaus hat sich die DZ BANK auch im Jahr 2015 wieder mit diversen Nichtregierungsorganisationen ausgetauscht und verschiedene Themen umfassend und offen diskutiert. Unter anderem haben wir uns im Berichtsjahr mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace und Facing Finance getroffen. Diese Organisation will institutionelle, öffentliche und private Investoren sensibilisieren, ethische, soziale und nachhaltige Standards bei ihren Investments zu beachten. Ebenso standen wir 2015 mit der Umweltschutzorganisation urgewald e.V. im regelmäßigen Dialog. Die in den Gesprächen aufgebauten Kontakte wollen wir künftig noch weiter intensivieren.

Breites Stakeholder-Spektrum befragt

Bei der Auswahl der befragten Interessengruppen berücksichtigten wir deren Vielfalt und Relevanz für unser Unternehmen. Folgende Gesichtspunkte waren dabei leitend:

  • Genossenschaftsbanken als Kunden und Eigentü​mer, Firmen- und Privatkunden der Gruppenunternehmer sowie die Mitarbeiter der DZ BANK und der DZ BANK Gruppe gehören zu unseren wichtigsten Stakeholdern.
  • Lieferanten und Dienstleister sowie Verbände und Investoren besitzen eine hohe wirtschaftliche Relevanz für uns.
  • Kritische Stimmen von Nichtregierungsorganisationen („Non Governmental Organizations“, NGOs), Ratingagenturen sowie aus Wissenschaft und Politik wurden ebenfalls berücksichtigt.

Die Umfrage 2015 umfasste fünf Handlungsfelder mit untergeordneten Themen und basierte auf Analysen zu den vorherrschenden gesellschaftlichen Nachhaltigkeitstrends. Mit einer Rücklaufquote von 46 Prozent lieferte sie wertvolle Hinweise für unsere Arbeits- und Berichtsschwerpunkte.

Die auf Gruppenebene ermittelten Ergebnisse haben die einzelnen Unternehmen im Anschluss jeweils für sich ausgewertet. Bei der DZ BANK AG geschah dies in einem Workshop der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit: Vertreter verschiedener Fachbereiche diskutierten die Antworten der Stakeholder und glichen sie mit der unternehmensinternen Perspektive ab. Das Ergebnis ist eine Materialitätsmatrix, die zeigt, welche Relevanz die internen und externen Stakeholder den unterschiedlichen Handlungsfeldern beimessen.

Konsequenzen für unser Geschäft

Die Bewertungen der Stakeholder unterstrichen erneut die Notwendigkeit, Nachhaltigkeit über alle Handlungsfelder hinweg strategisch in das Kerngeschäft der DZ BANK zu integrieren. So haben die Befragten den Feldern „Nachhaltige Unternehmensführung“ und „Nachhaltige Produkt- und Dienstleistungen“ höchste Relevanz beigemessen. Innerhalb dieser Bereiche haben sie die Themen „genossenschaftliche Prinzipien und Werte“ sowie „Unternehmensstrategie und -erfolg“ mit Höchstnoten bewertet.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass ein auf den genossenschaftlichen Werten basierendes Geschäftsmodell, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Produkte und Dienstleistungen sowie die Verantwortung des Unternehmens sowohl für Mitarbeiter als auch für Stakeholder besonders relevant sind. Für die DZ BANK bedeutet dies, das im genossenschaftlichen Modell bereits im Kern enthaltene Prinzip der Nachhaltigkeit noch weiter zu systematisieren. Wir werden es in unserem geschäftlichen Handeln voranstellen und immer wieder mit den genossenschaftlichen Werten eng verknüpfen, um die Erwartungen unserer Stakeholder an unsere Nachhaltigkeit zu erfüllen. Die Ergebnisse der Befragung dienen uns zudem als Richtschnur bei der Themenauswahl für die künftige Berichterstattung.

Eine Übersicht der gewichteten Themen gibt die folgende Materialitätsmatrix.

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