NACHHALTIGKEITSMANAGEMENT

Um der Vielschichtigkeit des Themas gerecht zu werden, hat der Bereich Kommunikation, Marketing, Nachhaltigkeit im Jahr 2008 die zentrale Koordination der Nachhaltigkeitsaktivitäten der DZ BANK übernommen. Die Bereichsleitung berichtet dem Vorstands­vorsitzenden regelmäßig über die Fortschritte in den einzelnen Handlungsfeldern. Das Nachhaltigkeitsteam besteht seit 1. August 2016 aus Delia Kaiser, seit 1. Januar 2014 Nachhaltigkeitsbeauftragte der DZ BANK AG, und Sabine Könner, vormals Nachhaltigkeitsbeauftragte der WGZ BANK AG. Gemeinsam verantworten sie das Nachhaltigkeitsmanagement der Bank.

Das Nachhaltigkeitsteam wird beim operativen Nachhaltigkeitsmanagement vom seit 2009 bestehenden Arbeitskreis Nachhaltigkeit der DZ BANK AG unterstützt. Der fest etablierten Expertengruppe gehören Vertreter aus 13 verschiedenen Abteilungen an. Sie treffen sich regelmäßig, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und um Ziele und Anregungen aus dem Austausch mit Unternehmen der DZ BANK Gruppe und anderen Stakeholdern zu bearbeiten. Zudem ­for­mu­lieren die Beteiligten gemeinsam die Ziele des Nachhaltigkeitsprogramms und geben Im­pulse zur Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen in den Fachabteilungen.

Das Nachhaltigkeitsteam ist unter anderem für die Er­stellung des alljährlichen Nachhaltigkeitsberichts der DZ BANK zuständig. Die Ausgabe 2014 hat bei den renommierten „Econ Awards Unternehmenskommunikation“ den dritten Platz unter den besten CSR-Berichten belegt. Der von der Handelsblatt Gruppe und vom Econ Verlag ausgeschriebene Preis wurde Ende 2016 bereits zum zehnten Mal verliehen. Der Nachhaltigkeitsbericht der DZ BANK verstehe es „auf ­bemerkenswerte Weise, die Ziele und Aktivitäten des Unternehmens im Bereich Nachhaltigkeit glaubwürdig und transparent darzustellen“, so die Jury.

Zudem erreichte die DZ BANK mit dem Nachhaltigkeitsbericht 2014 in einem 2016 veröffentlichten Ranking des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) den neunten Platz. Für die Studie hatte das IÖW die Nachhaltigkeitsberichte von rund 120 Unternehmen ausgewertet.

Arbeitsschwerpunkte, Standards und Dialogprozesse

Das Jahr 2016 stand ganz im Zeichen der Fusion von DZ BANK und WGZ BANK: Es galt, die Zusammenführung der zahlreichen Nachhaltigkeitsthemen vor­zubereiten und umzusetzen sowie die laufenden Prozesse in gewohnter Qualität aufrechtzuerhalten.

Darüber hinaus haben wir im Jahr 2016

  • unser Angebot für die Genossenschaftsbanken fort­geführt, um das Thema Nachhaltigkeit ge­mein­sam mit den Volksbanken Raiffeisenbanken weiter voranzubringen. Dafür setzen wir vor alle­m auf Workshops, bilaterale Gespräche und den Austausch mit den Genossenschaftsver­bänden.
  • eine Online-Schulung für die nachhaltige Kreditvergabe entwickelt.
  • das Neubauprojekt „Pavillon Cityhaus II“ samt bankeigener Kindertagesstätte in Frankfurt be­gleitet.
  • die Zusammenarbeit in der DZ BANK Gruppe ausgebaut, auch über das Group Corporate Responsibility Committee.
  • den Dialog mit nachhaltig orientierten Investoren, Banken und Ratingagenturen ausgeweitet und vertieft.
  • das DZ BANK Research Gütesiegel für Nachhaltigkeit in die Publikationen des Anleihenresearch integriert.

Für das Jahr 2017 haben wir uns vorgenommen,

  • unser Angebot für die Genossenschaftsbanken, insbesondere die Workshops, weiter fortzuführen.
  • einen Leitfaden zu veröffentlichen, der die Ge­nossenschaften über die Umsetzung von Nachhaltigkeit und der ab 2017 geltenden CSR-Berichtspflicht informiert.
  • weitere Unternehmen der DZ BANK Gruppe zur Mitarbeit im Corporate Responsibility Committee einzuladen und sie beim Aufbau eines eigenen Nachhaltigkeitsmanagements und -reportings zu unterstützen.
  • die Klimastrategie der DZ BANK Gruppe weiter­zuentwickeln.
  • die Online-Schulung zur nachhaltigen Kreditver­gabe zu starten.

Im Dialog mit den Anspruchsgruppen G4-18, G4-24, G4-25, G4-26, G4-27

Die DZ BANK sucht aktiv den Austausch mit ihren Stakeholdern und legt Wert auf einen beständigen und vertrauensvollen Dialog mit ihnen. So lassen sich deren Interessen, Erwartungen und Erfahrungen in das unter­nehmerische Handeln mit einbeziehen. Zu den Anspruchsgruppen zählen Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Analysten und Kapitalgeber ebenso wie Ver­bände, Medien, politische Entscheidungsträger, Nichtregierungsorganisationen und die Wissenschaft. Die Präferenzen und Anforderungen der Stakeholder an die DZ BANK sind grundlegend für unseren Nachhaltigkeitsansatz und unsere Strategie und setzen zugleich auch den inhaltlichen Rahmen für diesen jährlich erscheinenden Bericht.

Um die Nachhaltigkeit in der DZ BANK erfolgreich zu steuern, ist es wichtig, die sozialen, ökologischen und ökonomischen Interessen, Erfahrungen und Erwar­tungen unserer Anspruchsgruppen möglichst genau zu kennen. Wichtige Informationen lieferte uns im Jahr 2015 die erste gruppenweite Stakeholder-Befragung zu unserem Nachhaltigkeitsengagement. Diese On­line-Befragung der Unternehmen der DZ BANK Gruppe baut auf der Umfrage der DZ BANK auf, die wir im Jahr 2012 erstmals unter externen und internen ­Stakeholdern durchführten. Sie erfolgte zusätzlich zum kon­ti­nuierlichen Dialog, den wir mit unseren Anspruchsgruppen führen.

Die gruppenweite Stakeholder-Befragung orientierte sich an den Leitlinien der Global Reporting Initia­tive (GRI). Diesen Vorgaben gemäß hat unsere Nach­haltigkeits­abtei­lung in einem ersten Schritt Themen ermittelt, die sowohl im Nachhaltigkeitskontext als auch für unsere Stakeholder von Relevanz sind. Die Themen haben wir gemäß den Grundsätzen der Wesentlichkeit und unter der Einbeziehung der Ergebnisse der Online-Befragung priorisiert und anschließend in ­inter­nen Workshops validiert.

Branchenprimus im CRI Corporate Responsibility Index (CRI)

Im aktuellen CRI Corporate Responsibility Index (CRI) der Bertelsmann Stiftung ist die DZ BANK Branchenbeste und zählt zu den führenden 10 Prozent der Unternehmen, die Corporate-Responsibility-Maßnahmen erfolgreich in ihre Geschäftsprozesse integrieren. Konkret bedeutet das: 

  • Die DZ BANK steht mit ihren Anspruchsgruppen im regelmäßigen Austausch.
  • Das Thema Corporate Responsiblity (CR) und Nachhaltigkeit erhält Unterstützung durch das Top Management.
  • In der Bank sind CR-Maßnahmen und -Prozesse definiert.
  • Die Zielerreichung wird gemessen.

Der CRI Corporate Responsibility Index (CRI) der Bertelsmann Stiftung, der Universität Bayreuth und der concern GmbH untersucht seit 2013 die relevanten Erfolgsfaktoren unternehmerischer Verantwortung. Damit liegt ein Mess- und Steuerungsinstrument vor, das die Qualität der Umsetzung von Unternehmensverantwortung abbildet. Der CRI 2015 ist mit 180 befragten Unternehmen weiterhin die aktuell größte Studie zur Umsetzung von Unternehmensverantwortung in Deutschland. Die Erhebung umfasst sowohl Großunternehmen als auch mittelständische Unternehmen verschiedener Branchen. Der nächste CRI Corporate Responsibility Index (CRI) wird im Jahr 2017 erhoben.

Am 15. Februar 2017 fand die 3. Konferenz zum Corporate Responsibility Index in der DZ BANK in Frankfurt statt. Dort kamen auf Initiative der Bertelsmann Stiftung rund 80 Vertreter namhafter Großunternehmen aus unterschiedlichen Branchen zusammen, um über den Stellenwert, aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Nachhaltigkeitskommunikation zu diskutieren.

Kunde und Dialog

Kundenzufriedenheit ist für die DZ BANK oberstes Gebot. Unsere wichtigste Kundengruppe sind die Genossenschaftsbanken. Da diese zugleich Eigentümer der DZ BANK sind, fühlen wir uns ihnen ge­genüber zu besonderer Solidarität und Partnerschaft verpflichtet. Gleichzeitig ist es uns ein wichtiges ­Anliegen, die Bedürfnisse von institutionellen Investoren und Kunden der Genossenschaftsbanken auf höchstem Niveau zu erfüllen. Daher suchen wir aktiv den Dialog mit ihnen.

Die Zufriedenheit unserer Kunden und die Trends im Mittelstand überprüfen wir durch regelmäßige Um­fragen unter Partnerbanken und Unternehmen. Zusätzlich dazu stellen wir durch klassische Dialogveranstaltungen und ein Qualitätsmanagementsystem die Kundenzufriedenheit sicher. Ebenso wie die Auszeichnungen unabhängiger Organisationen trägt dies dazu bei, das Vertrauen der Kunden in die Qualität unserer Dienstleistungen zu festigen.

Regelmäßige Umfrage zur Kundenzufriedenheit

Regelmäßig erhebt die DZ BANK in einer Umfrage unter den Volksbanken Raiffeisenbanken, wie zu­frieden diese mit der DZ BANK insgesamt und den einzelnen Fachbereichen sind. Die für das Jahr 2016 geplante Er­hebung haben wir aufgrund der Fusion von DZ BANK und WGZ BANK verschoben. Auch die ehemalige WGZ BANK hat alle drei Jahre eine Kundenzufriedenheitsbefragung unter den Genossenschaftsbanken durch­­geführt. Im Zuge der Fusion wer­den wir die beste­henden Umfragen in einem Konzept zusammenführen.

Intensiver Austausch mit Genossenschaftsbanken

Die gegenseitige Information und den Austausch mit den Genossenschaftsbanken fördern wir mit verschiedenen Dialogformaten. Eine besondere strategische Be­deutung besitzen in diesem Zusammenhang die Treffen der regionalen Bankenbeiräte und die Zusammenkünfte des Allfinanzbeirats.

Im Berichtsjahr haben wir den Austausch mit den Volks­banken Raiffeisenbanken zu Nachhaltigkeitsthemen weiter verstärkt. So organi­sierte die DZ BANK gemeinsam mit der WGZ BANK im April 2016 unter dem Motto „Nachhaltigkeit der Genossenschafts­ban­ken: Chancen aktiv nutzen“ den zweiten Nach­hal­tig­keits-Workshop, in dem erfahrene Experten den rund 40 Teilnehmern aus Genossen­­schaftsbanken und -ver­bän­­den wichtige Tipps zum Nachhaltigkeitsmanagement und zum Aufbau eines Berichtes gaben. Drei Bank­vorstände berichteten aus erster Hand, wie sie in ihren Häusern Nachhaltigkeit umgesetzt haben. Wei­tere Schwerpunkte des Workshops waren das Thema Energieeffizienz und die Implementierung einer Nach­haltig­keitsstrategie.

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung wird für zahlreiche Genossenschaftsbanken künftig zur Pflicht: Kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie Kreditinstitute und Versicherungen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen von 2017 an nichtfinanzielle Informationen im Hinblick auf Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange sowie zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung offenlegen. Wir empfehlen den Genossenschaftsbanken den Deutschen Nachhaltig­keitskodex (DNK) als geeigneten Standard zum Einstieg in den Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagements und der Berichterstattung.

Über die Workshops hinaus steht die DZ BANK im regelmäßigen Austausch mit ihren Kunden und Eigentümern, den Volksbanken Raiffeisenbanken. Auch in Zukunft werden wir Formate entwickeln und anbieten, um das Thema Nachhaltigkeit noch stärker in die Genossenschaftsstruktur einzubinden.

Das Group Corporate Responsibility Committee

Die Unternehmen der DZ BANK Gruppe haben den Austausch untereinander über nachhaltige Themen im Jahr 2016 intensiviert. Dies gilt vor allem für die Gesellschaften, die sich künftig verstärkt dem Nachhaltigkeitsmanagement widmen wollen. Zu den wichtigsten Themen der zahlreichen Gespräche zählten unter an­derem Organisation, Aufbau und Weiterentwicklung eines Nachhaltigkeitsmanagements sowie Bericht­erstattung und Standards. Der Dialog innerhalb der DZ BANK Gruppe ist zudem im Group Corporate Re­sponsibility Committee (CRC) institutionalisiert. Seit 2016 sind auch die WL BANK, vormals Tochterunternehmen der WGZ BANK, und die DVB BANK ständige Committee-Mitglieder. Das Group CRC trifft sich sechs Mal pro Jahr in der DZ BANK, um gemeinsame Richtlinien zu entwickeln, Kreditvergabe-Standards zu bearbeiten und weitere Nachhaltigkeitsthemen zu diskutieren. Dazu zählt auch die ­Weiterentwicklung einer gruppenweiten Klima­strategie.

Nichtregierungsorganisationen

Darüber hinaus hat die DZ BANK den Dialog mit Nichtregierungsorganisationen auch im Jahr 2016 fortge­setzt. Die in den Gesprächen der vergangenen Jahre aufgebauten Kontakte wollen wir künftig ­weiter vertiefen.

Informationsveranstaltung Friedrich-Ebert-Stiftung

Unter dem Motto „Nachhaltigkeit in einer Bank – gibt es das überhaupt?“ hat die DZ BANK im November 2016 eine Informationsveranstaltung für aktive und ehemalige Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Rhein-Main-Gebiet organisiert. Nach Vorstellung des Nachhaltigkeitsmanagements der DZ BANK hatten die aus unterschiedlichen Branchen stammenden Teilnehmer Gelegenheit, die neu gewonnenen Erkennt­nisse sowie Fragen zu diskutieren.

Breites Stakeholder-Spektrum befragt

Bei der Auswahl der befragten Interessengruppen berücksichtigten wir deren Vielfalt und Relevanz für unse­r Unternehmen. Folgende Gesichtspunkte waren dabei leitend:

  • Genossenschaftsbanken als Kunden und Eigentümer, Firmen- und Privatkunden der Gruppenun­ternehmen sowie die Mitarbeiter der DZ BANK und der DZ BANK Gruppe gehören zu unseren wichtigsten Stakeholdern.
  • Lieferanten und Dienstleister sowie Verbände und Investoren besitzen eine hohe wirtschaftliche Relevanz für uns.
  • Kritische Stimmen von Nichtregierungsorganisa­tionen („Non Governmental Organizations“, NGOs), Ratingagenturen sowie aus Wissenschaft und Politik wurden ebenfalls berücksichtigt. 


Die Umfrage 2015 umfasste fünf Handlungsfelder mit untergeordneten Themen und basierte auf Analysen zu den vorherrschenden gesellschaftlichen Nachhaltigkeitstrends. Mit einer Rücklaufquote von 46 Prozent lieferte sie wertvolle Hinweise für unsere Arbeits- und Berichtsschwerpunkte.

Eine Übersicht der gewichteten Themen gibt die folgende Materialitätsmatrix.

Die auf Gruppenebene ermittelten Ergebnisse haben die einzelnen Unternehmen im Anschluss jeweils für sich aus­gewertet. Bei der DZ BANK AG geschah dies in einem Workshop der Arbeitsgruppe Nachhaltig­keit: Vertreter verschiedener Fachbereiche diskutierten die Antworten der Stakeholder und glichen sie mit der unternehmensinternen Perspektive ab. Das Ergebnis ist eine Materialitätsmatrix, die zeigt, welche Relevanz die internen und externen Stakeholder den unterschiedlichen Handlungsfeldern beimessen.

Konsequenzen für unser Geschäft G4-18, G4-25, G4-26, G4-27

Die Bewertungen der Stakeholder unterstrichen erneut die Notwendigkeit, Nachhaltigkeit über alle Handlungsfelder hinweg strategisch in das Kerngeschäft der DZ BANK zu integrieren. So haben die Befragten den Feldern „Nachhaltige Unternehmensführung“ und „Nachhaltige Produkt- und Dienstleistungen“ höchste Relevanz beigemessen. Innerhalb dieser Bereiche haben sie die Themen „genossenschaftliche Prinzipien und Werte“ und „Unternehmensstrategie und -erfolg“ mit Höchstnoten bewertet.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass ein auf den genossenschaftlichen Werten basierendes Geschäftsmodell, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Produkte und Dienstleistungen und die Verantwortung des Unternehmens für die Mitarbeiter sowie für die Stakeholder besonders relevant sind. Für die DZ BANK bedeutet dies, das im genossenschaftlichen Modell bereits im Kern enthal­tene Prinzip der Nachhaltigkeit noch weiter zu systematisieren. Wir werden es in unserem geschäftlichen Handeln voranstellen und immer wieder mit den ­genossenschaftlichen Werten eng verknüpfen, um die Erwartungen unserer Stakeholder an unsere Nach­haltigkeit zu erfüllen. Die Ergebnisse der Befragung die­ne­n uns zudem als Richtschnur bei der Themen­auswahl für die künftige Berichterstattung. Die nächste Stakeholder-Befragung ist für das Jahr 2018 geplant. (G4-18, G4-25, G4-26)

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